Heimatstube Calbe
50 Jahre Heimatverein Calbe (Saale
Besondere Erinnerungen (Uwe Klamm)
So,
hier
sind
einige
Beispiele
für
besondere
Erlebnisse,
die
den
normalen
Alltag
für
Heimatfreunde
etwas
aufpeppten.
Sie
sind
relativ
unspektakulär,
aber
trotzdem
erwähnenswert,
weil aus dem Leben gegriffen. In 50 Jahren kam einiges zusammen. Manches ist verblasst..
Zum
„Traditionellen
Bollwurstessen“
am
23.03.1989
hatte
ich
die
Klamaukgruppe
„Bördebrothers“
aus
Magdeburg
engagiert.
Wenige
Tage
davor
erhielt
ich
ein
Telegramm
mit
einer
Absage.
Was
nun?
Da
ich
dienstlich
zu
dieser
Zeit
in
Parey
zu
tun
hatte
und
ein
Kollege
mit
seinem
Privat-KFZ
gefahren
war,
überredete
ich
ihn,
auf
der
Rückfahrt
in
Magdeburg
bei
einem
Gruppenmitglied
zu
halten.
Dort
redete
ich
mit
Engelszungen
auf
diesen
ein.
Er
wollte
noch
einmal
mit
seinen
Jungs
sprechen.
Dann
am
23.03.89
banges
Warten.
Der
Saal
bei
Nordmanns
war
voll
mit
Gästen.
Dann
endlich,
kurz
vor
20.00
Uhr
trudelten
die
Herren
ein
und
der Abend war gerettet.
Im
Sommer
1991
reiste
der
Verein
auf
den
Spuren
von
Till
Eulenspiegel
zu
einigen
Wirkungsstätten
des
Narren
nach
Kneitlingen
und
Schöppenstedt.
Beim
Besuch
des
Eulenspiegelmuseums
in
Schöppenstedt
mussten
wir
mit
Erstaunen
feststellen,
dass
auf
einer
Landkarte,
wo
die
Wirkungsstätten
von
Till
mit
einer
kleinen
Fahne
gekennzeichnet
waren,
bei
Calbe
eine
Markierung
fehlte.
Dieser
Makel
wurde
heftig
kritisiert.
Ich
denke,
die
Karte
ist mittlerweile nachgerüstet worden?
Trotz
leichtem
Hochwasser
fand
das
„Traditionelle
Bollwurstessen“
am
11.04.1992
im
Kanu-Klub
in
der
großen
Fischerei
statt.
Über
einen
Steg
konnte
man
das
Haus
betreten,
musste
aber
die
Schuhe
tauschen,
d.h.
die
Straßenschuhe
blieben
in
den
Umziehkabinen
und
die
guten
Schuhe
kamen
zum
Einsatz.
Zu
später
Stunde
hatten
Heimatfreunde
und
Gäste
eine
Idee.
Sich
an
Eulenspiegels
Schuhstreich
erinnernd,
wurden
die
„herrenlosen“
Schuhe
durcheinander
gebracht.
Dann
ertönte
er
Ruf:
„Eulenspiegel
war
da“.
Nun
gut,
so
richtig
gefreut hat sich niemand über diesen Spaß.
Zum
Sachsen-Anhalt-Tag
in
Halberstadt
1999
waren
wir
wieder
mit
einer
Hütte
präsent.
Wie
immer
gab
es
Axels
Gurken-,
Fett-
und
Bollwurst-Stullen.
Plötzlich
kam
ein
Vater
ganz
aufgeregt
zu
unserer
Hütte
und
verlangte
schnell
noch
eine
Bollwurst-Stulle.
Auf
unsere
Frage,
warum
er
es
so
eilig
hat,
antwortete
er:
„Mein
Sohn
ist
ganz
verrückt danach.“ Das Kompliment haben wir weiter gereicht.
Im
Jahre
1999
fiel
der
1.
April
genau
auf
Gründonnerstag,
also
unseren
ewigen
Termin
für
das
„Traditionelle
Bollwurstessen“.
Es
war
klar,
da
musste
ein
Aprilscherz
her.
Doch
was
konnte
es
sein?
Da
kam
ich
auf
die
Idee
einer
Bolle
aus
Sandstein.
Da
gerade
von
einer
archäologischen
Grabung
an
der
A14
Autobahn
bei
Brumby
zu
lesen
war,
kam
mir
die
Idee,
diese
steinerne
Bolle
mit
einem
Zertifikat
des
Kreis-Museums
Schönebeck
bestätigen
zu
lassen.
Mein
Sohn,
ein
Steinmetz-Lehrling
hatte
die
Bolle
schnell
gehauen,
dann
noch
durch
die
Pfütze
gerollt
und
fertig
war
die
Sensation.
Ich
glaube,
nicht
wenige haben die Sache geglaubt.
Eines
Tages
mauzte
es
bei
uns
vor
der
Tür
der
Heimatstube.
Ein
junges
Kätzchen
erbat
Einlass.
Warum
nicht.
Irgendwie
schien
ihr
unser
Haus
zu
gefallen.
Sie
durchsuchte
alles
und
war
relativ
zahm.
Was
wollten
wir
auch
machen.
Wie
konnte
man
ihr
helfen,
ihre
Familie
wieder
zu
finden?
Gut
drei
Tage
war
sie
unser
Gast.
Zum
Feierabend
kam
sie
ins
Foyer
mir
allem,
was
eine
Katze
eben
braucht.
Dann
die
Erlösung.
Die
Katze
hieß
Zilli
und
ihr
Besitzer
war
die
Familie
Lind,
wohnhaft
im
ehemaligen
Pfarrhaus am Kirchplatz.
Eine gewisse Zeit war zum Königlichen Bollenfest immer eine Gruppe Triker aus Niedersachsen
in Calbe dabei. Sie machten mit ihren glänzenden Maschinen optisch
ganz schön was her. Beim Umzug durch die Stadt nahmen auf den
Maschinen die Königinnen, Organisatoren oder Prominente Platz.
Einmal gab es die Idee zum Wartenberg zu fahren. Man bat mich die
Führung zu übernehmen. Warum nicht, kein Problem. Als wir am
Wartenberg ankamen, musste ich mir reichlich Kritik anhören, denn
das Kopfsteinpflaster war den Herren mit ihren geliebten „Dreirad“
viel zu holprig. Leider gab es keine alternative Rücktour
Einige
Jahre
nutzte
die
Ortsgruppe
Calbe
des
Naturschutzbundes
(Nabu)
die
Heimatstube
für
Versammlungen
und
für
Ausstellungszwecke.
Im
Jahre
2010
wurde
eine
Wanderausstellung
zum
Thema
„Wolf“
in
Verbindung
mit
Naturbildern,
die
von
Herrn
Dr.
Ziegler
aus
Calbe
beigesteuert
wurden,
gezeigt.
Zum
Besuch
hatten
sich
auch
einige
Schulklassen
angemeldet,
die
von
Vereinsfreundin
und
Nabumitglied
Sigrid
Berfelde
betreut
wurden.
Am
Ende
solch
einer
externen
Schulstunde
meldete
sich
ein
Junge
zu
Wort
und
bemerkte etwas schüchtern, er heiße mit Nachnahmen „Wolf“. Okay, das passte.
Während
der
heißen
Phase
der
Bauarbeiten
zur
Erweiterung
der
Heimatstube
gab
es
zwei
spezielle Vorkommnisse, die es in sich hatten.
1.
Um
vom
Büro
in
das
Nebengelaß
zu
gelangen,
musste
in
die
40cm
starke
Ziegelwand
des
Büros
eine
Türaussparung
gebrochen
werden.
Also
mit
einer
großen
Handkreisäge
frisch
ans
Werk.
Die
Staubbelastung
war
enorm.
Plötzlich
löste
die
Brandschutzanlage
Feueralarm
aus.
Wir
waren
völlig
perplex.
Zehn Minuten später stand die Calbenser Feuerwehr vor unserer Tür.
2.
Im
Nebenraum
wurde
von
uns
der
Fußboden
aufgenommen
und
es
kamen
Lehmstacken
zum
Vorschein.
Diese
mussten
ausgebaut
und
vom
Lehm
befreit
werden.
Bei
solch
einem
Lehmtransport
in
Eimern
und
auf
schmalen
Brettern
trat
ich
einmal
neben
den
Laufsteg,
genau
in
eine
hochgeklappte
Holzleiter,
die
dann
nachgab.
Nun
wechselten
diverse
Kilogramm
trockener
Lehm
von
oben
nach
unten
in
das
neu
ausgebaute
Eiscafe‘.
Es
dauerte
mehrere Stunden den Schaden zu beheben.
Im
Herbst
2016
waren
die
Markthäuser
für
knapp
2
Tage
Sammelort
für
allerlei
Weißstörche.
Im
Bereich
des
Grunssückes
Markt
13
konnte
man
schon
gut
2
Dutzend
zählen.
Sie
schienen
sich
zu
sammeln
und
verbrachten
die
Nacht
auf
den
Dächern.
Frau
Jahn,
die
seit
1953
in
Markt
13
wohnt,
erzählte
mir,
dass
sich
am
Vortag
fast
50
Störche
am
Wehr
aufgehalten
hätten.
Bei
Rückfrage
in
Lohburg
erhielten
wir
eine
mögliche
Erklärung.
Auf
ihrer
Reise
nach
Afrika
oder
neuerdings
Spanien,
sammeln
sich
meist
Jungstörche
und
einige
Altvögel, die dann als „Reiseleiter“ fungieren.
In Calbes Nähe befindet sich das UNESCO-Biosphärenreservat
„Mittlere Elbe“. Dort gab es einen historischen Försterfriedhof
mit den Grabstellen der ehemaligen Forstbeamten aus der Vergan
genheit. In der Gemeinde Lödderitz, die dem nahen Forst den Namen
gibt, gab es damals (1998) auch eine Heimatstube. Klar, dass wir eine
Exkursion dorthin unternahmen. Als Besonderheit waren 2 Kremser
bestellt worden. Diese sollten uns von Kühren aus in den Auenwald bringen. Alles fing gut an,
bis das Zaumzeug eines Kremsers riss und eine Reparatur nicht möglich war. Also musste eine
Gruppe mit dem Revierförster zu Fuß gehen. Nachdem alles per pedes erlaufen war, stand der
reparierte Kremser wieder zur Verfügung. Ein kleiner Trost, weil die Rücktour sitzend absol
viert werden konnte.